Festsaal Korbinians Kolleg

Dr. Maria Furtwängler – Wohlstand und Sicherheit: Ein etwas anderer Blick auf die Natur


Tegernsee, 23. Januar 2026Das Natürliche und das Künstliche – Dimensionen der Menschlichkeit unter diesem Motto steht die aktuelle Vortragsreihe im Korbinians Kolleg. Der vierte Vortrag des Semesters legte den Schwerpunkt dabei eindeutig auf das Natürliche und entwickelte sich zu einem besonders eindrücklichen und mitreißenden Abend. Das lag vor allem an der prominentenDozentin Dr. Maria FurtwänglerIhr Impulsvortrag zur Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie war ein ebenso emotional wie sachlich überzeugender Appell an die Liebe zur Natur und begeisterte die rund 300 Zuhörer im vollbesetzten großen Saal des Spa & Resort Bachmair Weissach.


Gastgeber Korbinian Kohler begrüßte das Auditorium und seine „liebe Berggeh-Freundin“ Dr. Maria Furtwängler in den wärmsten Worten. Und schon in der heiteren Schilderung ihrer gemeinsamen Wanderungen wurde deutlich, wie innig sich die Dozentin des Abends mit der heimischen Natur beschäftigt und an den ökologischen Zusammenhängen interessiert ist. Korbinian Kohler und Professor Karsten Fischer, der Kurator des Korbinians Kolleg, würdigten die vielseitigen Interessen und Engagements der Gastrednerin, die eben nicht nur als Schauspielerin und Tatort-Kommissarin glänzt, sondern auch ausgebildete Ärztin, Stiftungsgründerin, Wissenschaftlerin und Philanthropin ist und zuletzt auch mit Dokumentarfilmen zum Insektensterben und Biodiversität überzeugte - Themen, die auch an diesem Abend im Mittelpunkt stehen würden.


Der Kampf für ökologische Vielfalt und Nachhaltigkeit muss nicht im Gegensatz zu ökonomischen Ansprüchen stehen - das war die Kernbotschaft des einstündigen Vortrags von Dr. Maria Furtwängler, für den auch zahlreiche Wegbegleiter sowie ihre Mutter Kathrin Ackermann und die Tochter Elisabeth in das Spa & Resort Bachmair Weissach gekommen waren. Den Auftakt machten persönliche Schilderungen vom Naturerlebnis im Tegernseer Tal, die die Zuhörer einstimmig teilten - was für ein kleines Paradies hier vor der Haustür wartet und was für ein Privileg es ist, saubere Wasser, gute Luft und gesunde Böden um sich zu haben! Dass aber auch dieses vermeintlich heile Ökosystem längst menschengemachtem Wandel und Veränderungen unterworfen ist, machte Furtwängler dann mit drastischen Zahlen und Beispielen deutlich: Bis zu 80 Prozent Rückgang bei einzelnen Insektenarten oder das Verschwinden von früher heimischen Vögeln wie Kiebitzen und Feldlärche seien alarmierende Anzeichen dafür, dass das Netz des Lebens um uns herum gerade unwiederbringlich Schaden nimmt. Deshalb dürften die Themen Klimawandel und Biodiversität in der gesellschaftlichen Debatte jetzt keinesfalls zurückgestellt werden, nur weil derzeit andere Krisen die Aufmerksamkeit davon abzögen. „Wir dürfen in unseren Bemühungen keine Pause einlegen, denn Natur und Physik sind nun mal keine guten Verhandlungspartner!“, betonte Furtwängler und schloss eine klare politische Forderung an: In die Natur müsse heute genauso investiert werden, wie etwa in kritische Infrastruktur. Dass es sich bei solchen Mahnungen keineswegs nur um eine linksgrüne Agenda handelt, machte dieDozentin des Abends danach in eindringlichen Worten klar - die Sorge um die Lebensgrundlage sei schließlich keine Ideologie. Diese Anmerkung sorgte für Zwischenapplaus im Saal. 


Danach erweiterte Furtwängler den Fokus und nahm globale Aspekte des Klimawandels und der Ressourcenausbeutung unter die Lupe, die längst auch wirtschaftliche Auswirkungen haben. Den enormen Preisanstiegen bei Kaffee und Kakaobohnen etwa stünden in direktem Zusammenhang mit Monokulturen in den Anbauländern. Jedes Grad Erderwärmung brächte einen spürbaren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts mit sich und erhöhte die Gefahr von existentiellen Risiken in vielen Regionen der Welt, die keine Versicherung mehr decken könnte. Arbeitsplätze, Wohlstand und Gesundheit sind akut bedroht, wenn die regulierenden Pufferkapazitäten der Natur weiter missachtet würden, so Furtwängler.


An diese alarmierende Feststellung knüpfte sie zum Abschluss die Aufforderung an jeden Einzelnen, die Liebe zur Natur mit einem Verantwortungsgefühl für die Zukunft zu verknüpfen. Schließlich stehe sogar in der Bayerischen Verfassung, dass für die kommenden Generationen Sorge zu tragen sei. „Die Zeit ist also reif, für einen bewahrenden Konservativismus.“, so Furtwängler. Dass Veränderung möglich sei, dafür gäbe es zum Glück in letzter Zeit auch Hinweise - etwa der starke gestiegene Anteil an erneuerbaren Energien weltweit, die wieder wachsenden Waldbestände oder die gelungene Rettung mancher bedrohtenTierarten. 


Nach dem ergreifenden Appell folgte eine spannende Diskussionsrunde mit vielen engagierten Wortbeiträge aus dem Publikum: Die Themen Landwirtschaft, Lokalpolitik aber auch die Frage nach den globalen Zusammenhängen und geopolitischer Gerechtigkeit wurden von Dr. Maria FurtwänglerProfessor Karsten Fischer und Korbinian Kohler eingehend mit den Zuhörern diskutiert. Am Ende herrschte zumindest in einem Punkt Einigkeit: Echte Nachhaltigkeit wirft heute zwar viele sehr komplexe und unbequeme Fragen auf. Aber von den richtigen Antworten hängt eben auch das Leben zukünftiger Generationen ab.


Das Wintersemester 25/26 im Korbinians Kolleg.
Der Mensch bewegt sich stets im Spannungsfeld zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen und ringt mit seinen moralischen und technischen Grenzen, die sich immer mehr verschieben und uns zum Nachdenken über unsere Entscheidungsspielräume zwingen. Dieses Spannungsfeld beschäftigt die Vortragenden und Gäste des Korbinians Kollegs im Wintersemester 25/26. Wie immer nähern sich dabei hochkarätige Wissenschaftler, Politiker und Philosophen aus ihren jeweiligen Fachgebieten dem Thema an und vermitteln den ZuhörernDenkanstöße und Inspiration auf höchstem Niveau. Folgende Termine und Gastredner sind für die kommenden Monate vorgesehen:
Korbinians Kolleg Winter 2025/26 | Bachmair Weissach

 


Dr. Maria Furtwängler
ist eine deutsche Schauspielerin, Produzentin und promovierte Ärztin, die seit 2002 vor allem in ihrer Rolle als Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm große Zuschauerzahlen erreicht. Sie gründete die Produktionsfirma Atalante Film und wurde u.a. mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Neben der schauspielerischen Arbeit engagiert sie sich als Mitgründerin der MaLisa Stiftung zusammen mit ihrer Tochter für Geschlechtergerechtigkeit, Biodiversität und faire Medienrepräsentation von Frauen. Außerdem ist sie Präsidentin des Kuratoriums von German Doctors - einer ärztlichen Hilfsorganisation, die weltweit im humanitären Einsatz ist. Für ihr gesellschaftliches Engagement erhielt sie zahlreiche Preise u. a. den CARE-Millenniumspreis 2024 und den Deutschen Kulturpreis 2025. 

Über das Korbinians Kolleg
Das Korbinians Kolleg wurde 2017 von Korbinian Kohler und Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl ins Leben gerufen. Vision der beiden Männer war es, damit im Spa & Resort Bachmair Weissach eine offen zugängliche Echokammer für philosophische Diskussion und gesellschaftspolitische Gesprächskultur zu schaffen. Initiator und Gastgeber Korbinian Kohler brachte das Ziel der Vortragsreihe auf den Punkt: „Wir wollen den Menschen Denkanstöße geben, die über den Alltag hinausgehen, und einen Dialog anregen, der uns als Gesellschaft weiterbringt.“Sein Anliegen ist es, mit dem Korbinians Kolleg Fragen der Zeit auf höchstem Niveau zu erörtern und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Das „Korbinians Kolleg“ findet im Wintersemester einmal im Monat, immer an einem Freitag, statt. Die Teilnahme an den Vorträgen ist für Hotelgäste sowie für externe Gäste bei vorheriger Anmeldung kostenfrei.

 

 

Im Korbinians Kolleg im Spa & Resort Bachmair Weissach befanden sich

unter Kohlers Gästen u. a. Dr. Maria Furtwängler, Elisabeth Burda Furtwängler (Tochter)Mutter von Dr. Maria Furtwängler und ebenfalls SchauspielerinKathrin Ackermann, Steffi Czerny (DLD), Mon Müllerschön (Kunstexpertin)Künstlerin Judith Milberg, Künstler Julius von Bismarck mit Ehefrau Violetta, Bundestagsabgeordneter Dr. Wolfgang Stefinger, Josef Bierschneider(Bürgermeister Kreuth), Chefredakteur Bunte Robert PölzerRobert Kühn(Bürgermeister Bad Wiessee), Georg Gomolke (Bild), Max Scharnigg (Autor und Journalist), Chefredakteur Johannes Dudziak (ZEIT Mann), Dr. Beate Merck (Politikerin der CSU) mit Christian Dennler, Elisabeth Kreutzkamm (Inhaberin des Dresdner Backhauses) u. v. m.

 

 

 

Anbei kostenfreie Pressebilder zum Korbinians Kolleg vom 23.01.2026 im Dropbox-Link:

 

Korbinians Kolleg am 23.01.2026 mit Dr. Maria Furtwängler

 

Fotocredit: Alexander Courtman für Bachmair Weissach