Actors Talk im Spa & Resort Bachmair Weissach
Gibt es ein Leben nach dem „Tatort“?
Actors Talk im Spa & Resort Bachmair Weissach mit Star-Schauspieler Miroslav Nemec, 28.11.2025
Gibt es ein Leben nach dem „Tatort“?
Beim Actors Talk im Spa & Resort Bachmair Weissach verrät Miroslav Nemec, was für ihn heute wichtiger ist als die besten Drehbücher und der „Tatort“.
Korbinian Kohler, Eigentümer des Spa & Resort Bachmair Weissach, lud am 28. November 2025 zum ersten Actors Talk in den Festsaal seines Hotels. Prominenter Gast war Star-Schauspieler Miroslav Nemec, der sich den Fragen von Georg Seitzstellte. Thema waren sein Beruf, seine Biografie und die Verbindung beider Bereiche. Der TV-Star gewährte dem Publikum tiefe Einblicke in sein Leben nach 35 Jahren „Tatort“ – zwischendurch gab er auch Kostproben aus seiner Zweitkarriere als Musiker.
Kostenfreie Presse-Bilder finden Sie in folgendem LINK:
Actors Talk im Spa & Resort Bachmair Weissach
Fotocredit: Louisa Kirsch
Copyright: Bachmair Weissach
Frauen bestimmen sein Leben
„Ich bin in einem Matriarchat aufgewachsen“, erklärt Nemec beim Actors Talk.
„Meine Oma war ein General, meine Mutter und meine Tanten haben bestimmt. Die Männer haben manchmal etwas gesagt, das war aber nicht so wichtig. Ich liebe Frauen, ich kann mich oft besser mit ihnen unterhalten als mit Männern. Ich dachte immer, ich suche mir die Frauen aus – erst spät wurde mir klar, dass sie sich immer mich ausgesucht haben.“
Miroslav Nemec, geboren am 26. Juni 1954 in Zagreb, wurde im Alter von elf Jahren zu Verwandten nach Freilassing geschickt. Seine Eltern hofften, dass er unter besseren wirtschaftlichen Bedingungen aufwachsen würde, als sie ihm bieten konnten.
„Du hast eine Heimat, dann kommst du in die nächste, und am Ende hast du gar keine. Du kommst in ein Niemandsland – so habe ich mich wirklich gefühlt.“
Dieses emotionale Hin und Her hinterließ bei Nemec eine tiefe innere Zerrissenheit. Entscheidungen von Eltern und Verwandten, die über seinen Kopf hinweg getroffen wurden, führten zu einem großen Misstrauen gegenüber Erwachsenen – Erfahrungen, die ihm später als Schauspieler zugutekamen.
„Schauspiel ist ein Beruf, der aus der Tiefe schöpft. Da helfen die schmerzhaften Erfahrungen, besonders aus der Kindheit. Sie lassen dich weinen, geben dir die Möglichkeit zu verzweifeln. Meine Jugend war hart, aber sie war auch sehr fruchtbar.“
Er wollte Rockstar werden
Nach der Schule zieht Nemec nach Salzburg, um am Mozarteum Klavier, Didaktik und Methodik zu studieren. Er schließt die Ausbildung zum Fachlehrer ab, übt den Beruf aber nie aus – die Schauspielkarriere kommt dazwischen. Bis heute spielt Musik eine große Rolle in seinem Leben. Nemec tritt regelmäßig mit Solo-Programmen und mit der Miroslav-Nemec-Band auf. Für den Musikfilm „Wonderbeats“, in dem er ebenfalls mitspielt, komponierte er alle Songs. Außerdem spielt er weiterhin in der Band „Asphyxia“, die er mit Freunden in Freilassing gegründet hatte.
„Wir spielen nicht mehr mit langen Haaren, sondern mit kurzen. Aber innerlich sind wir Blueser und Rocker geblieben. Rockstar zu werden, das wäre mir damals recht gewesen.“
Sein letzter „Tatort“
„Wir haben uns entschieden aufzuhören, solange alle noch sagen: ‚Schade, dass ihr aufhört!‘ Wenn alle sagen würden: ‚Es ist Zeit, dass ihr aufhört‘, wäre es schon zu spät.“
Beim Actors Talk blickte Nemec auf 100 Folgen „Tatort“ zurück. Drehschluss für ihn war bereits im Juni. Folge 98 wird am 26. Dezember im Ersten ausgestrahlt, die Folgen 99 und 100 folgen im Frühjahr 2026. Freundschaftliche Konkurrenz prägte die Zusammenarbeit zwischen Batic und Leitmayr – und ähnlich zwischen Nemec und Udo Wachtveitl: Beide kämpften um die besten Drehbücher, um jedes Wort ihres Dialogs und darum, dass der andere nicht mehr Text bekam. Jede Zeile zählte.
„Seit der letzten Klappe hat sich bei mir eine leichte Wehmut eingestellt. Es ist komisch, wenn keine neuen Drehbücher mehr kommen. Ich höre mit dem ‚Tatort‘ auf, aber das bedeutet nicht, dass ich mich zurücklehne und zuhause bleibe. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass ich weitermache.“
100 Folgen „Tatort“ – mehr als 100 Morde. Wird der Tod ein vertrauter Begleiter, wenn man sich so oft damit auseinandersetzt?
„Ich denke an die Endlichkeit und verdränge den Gedanken dann wieder“, sagt Nemec, Vater dreier Töchter, der gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Dokumentarfilmerin Katrin Nemec, zum Talk kam.
„Ich habe Familie. Wir haben eine 14-jährige Tochter, die mittlere ist 26, die älteste 37, und ich habe ein Enkelkind bekommen. Da will man dabei sein. Natürlich denkt man darüber nach, was man hinterlässt, wie man das regelt mit den Nachkommen. Aber im Grunde habe ich mich für das Voranleben entschieden. Ich lebe im Jetzt und im Voran.“
Am 26. Dezember zeigt die ARD den „Tatort München: Verlangen“ mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl im Ersten. Im Frühjahr 2026 folgen die letzten beiden „Tatort“-Folgen mit dem Duo.
Am 25. und 26. Dezember interpretieren Nemec und Wachtveitl die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens in der Isarphilharmonie in München.
Ab 10. Dezember ist der Actors Talk aus dem Spa & Resort Bachmair Weissach auf YouTube verfügbar: youtube.com/(at)actors_talk