Auch im Gasthof zur Weissach findet heimischer Fisch oft den Weg auf die Speisekarte. Zander, Forellen, Renken und Saiblinge holt der Tegernseefischer aus seinen Netzen. Morgens gefangen, liegen sie mittags schon in der Küche des Gasthofs zur Weissach. Das gebratene Filet vom Saibling kommt mit Blattspinat und in Butter geschwenkten Kartöffelchen auf den Tisch, die Bäckchen vom Zander wandern mit anderen Fischen und Flusskrebsschwänzen in die „Bayerische Bouillabaisse“. Immer ganz nah an den Produkten der Region – das ist die Küche im Gasthof mit der historischen Fassade, der Keimzelle des jetzigen Hotels war. Heute weht aber selbst in der 150 Jahre zählenden „Alten Stub’n“ mit dem restaurierten Holzboden und der geschnitzten Decke ein frischer Wind. Auf der Speisekarte steht auch mal ein geröstetes Bauernbrot mit Guacamole oder Linguine mit Steinpilzen und schwarzem Trüffel, und die Weinkarte listet beste Gewächse, vor allem aus deutschen und österreichischen Anbaugebieten. Wer den Empfehlungen von Sommelier Marcus Beetz folgt, der macht Entdeckungen wie etwa den Pfälzer Riesling Jesuitengarten von Bassermann-Jordan, der mit Fruchtkörper und dezenter Restsüße die Tegernseer Fische perfekt umspült.

Die Küche aber bleibt im Großen und Ganzen der Region verbunden. Wie es sich für einen gestandenen bayerischen Gasthof gehört, ist der Schweinsbraten für den jungen Küchenchef Herzensangelegenheit: „Ein guter Braten braucht Zeit und Liebe – die nehmen sich heute viele nicht mehr“, sagt Korbinian Kohler. Im Gasthof zur Weissach kommt der Krustenbraten selbstverständlich direkt aus dem Ofen auf den Tisch, das Fleisch stammt vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein, einer alten Rasse, die vom Aussterben bedroht war und deren Fleisch als besonders schmackhaft gilt. Dazu gibt’s Bayrisch Kraut, zweierlei Knödel und fein abgeschmeckte Tegernseer Dunkelbiersauce. Überhaupt: Die bayerische Küche und das Bier – was wäre das eine ohne das andere? Hier stammt es selbstverständlich aus dem Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee, das weit über die Region hinaus einen Namen hat.

Wem in der kalten Jahreszeit nach etwas besonders Zünftigem zumute ist, der bestellt sich in den „Kreuther Stuben“ am offenen Kamin ein Fondue, das hier nicht nur mit Käse, sondern auch mit Fleisch, Fisch und ganz zeitgemäß sogar in einer vegetarischen Version mit japanischer Misobrühe auf den Tisch kommt.

Noch zünftiger geht es im Berghotel Altes Wallberghaus zu, das auf 1512 Metern Höhe am Hausberg des Tegernsees liegt. Bei schönem Wetter ist die Terrasse auch im Winter bis auf den letzten Platz besetzt, zum Panoramablick gibt es Käsespätzle mit Bergkäse aus der Region und Röstzwiebeln, saftige Fleischpflanzerl mit hausgemachtem Kartoffelsalat und natürlich, frisch aus der Pfanne, Kaiserschmarrn mit Vanilleeis und Apfelmus. So schmeckt der Tegernsee! 

KATHARINA KRAUSE