RÄUCHERFORELLE, BERGKÄSE UND APFELSTRUDEL
RÄUCHERFORELLE, BERGKÄSE UND APFELSTRUDEL
Die bayerische Heimat findet sich im Herzoglichen Gasthaus Altes Bad überall wieder: Biertradition, beste Zutaten aus der Region und traditionelle Küche, die auch mal deftiger sein darf
Es ist Bayern wie aus dem Bilderbuch: Die schmucke Kapelle, das alte Wirtshaus mit den verwitterten Holzgiebeln, im Hintergrund die unberührte Natur von Wildbad Kreuth. Drinnen die frisch gekalkten Stuben, um Fenster und Türen ranken sich kunstvolle Lüftlmalereien. „Mir war wichtig, etwas aus dem Herzen der Region heraus zu entwerfen, in der ich lebe und aufgewachsen bin“, sagt Korbinian Kohler. Die Fichtenbänke im Gastraum ließ er mit feinem Leder beziehen, die schweren Eichenplatten der Gasthaustische frisch aufbereiten, die Leinenkissen wurden nach einem uralten Gmunder Verfahren handbedruckt. Nicht nur Stein- und Holzböden, auch die Zugpendelleuchten mit ihren blumenbemalten Glasschirmen aus dem 19. Jahrhundert sind original erhalten. „Ich mag es, die Identität des Tegernsees in Material und Stimmung wiederzufinden“, sagt Kohler. Und genau das gilt auch für die Küche.
Sie ist bewusst traditionell gehalten. Herzhaft, großzügig und basierend auf ehrlich erzeugten Produkten aus der Region. Käse kommt von der Naturkäserei Kreuth, Wild und Pilze aus den umliegenden Wäldern, die zünftige Maß von der Tegernseer Brauerei. Auf der Karte stehen Doppelkraftbrühe vom Weiderind mit Leberknödel, Kalbfleischpflanzerl mit Kartoffel-Gurkensalat oder auch mal geschmortes Gulasch vom Hirschkalb mit Semmelknödel, Rosenkohl und Waldpreiselbeeren. Für Vegetarier gibt’s Spinat- oder Rote-Bete-Knödel mit Tegernseer Bergkäse und zerlassener Butter.
Etwas ganz Besonderes aber sind die Fische: Sie durften im kalten Bergquellwasser ganz langsam heranwachsen, die Herzogliche Fischzucht ist nur einen Spaziergang vom Alten Bad entfernt. Ein Besuch hier ist wie ein Ausflug in die Vergangenheit: Die Fischteiche liegen romantisch auf einer großen Lichtung mitten im Wald – und das schon seit 1850. Damals war Wildbad Kreuth ein beliebter Kurort des Hochadels, der österreichische Kaiser Franz Joseph I. war hier ebenso zu Gast wie die Zaren Nikolaus I. und Alexander I. Um seinen Kurgästen das ganze Jahr über frischen Fisch bieten zu können, ließ Herzog Max Joseph in Bayern damals die Fischzucht anlegen. Bis heute wird an diesem weltabgeschiedenen Ort fast täglich gefischt, gebeizt und kalt geräuchert – Fischmeister Alexander Widmann bürgt für die Qualität.
Die Gäste im Alten Bad haben die Wahl, ob sie fangfrischen Saibling und Forelle lieber „blau“ oder gebraten genießen möchten, dazu serviert man Salzkartoffeln. Zur Vorspeise gibt’s Saibling gebeizt mit Sahnemeerrettich und Wildkräuter salat oder Forelle geräuchert mit schmackhaftem Hausdressing. Drinnen in den gemütlichen Stuben wird alles auf eigens angefertigten Brotzeitbret- tern und traditionellem Porzellan klassisch serviert; für Wanderer und Radfahrer, die sich nicht zu lange aufhalten wollen, gibt es draußen den lauschigen Biergarten mit Selbstbedienung. Für alle aber gilt: Den ofenwarmen Apfelstrudel mit Vanilleeis sollte man sich zum süßen Abschluss nicht entgehen lassen.
KATHARINA REBMANN