Schon beim Betreten des Raumes fällt er ins Auge: Der mächtige Steinbackofen nach neapolitanischem Vorbild ist das Herzstück des Restaurants. Mit heimischem Buchenholz beheizt, erreicht er Temperaturen über 400 Grad. Drinnen flackert ein heimeliges Feuer, der Duft von frischgebackenem Hefeteig kitzelt die Nase. „Ein echter Highend-Ofen“, sagt der Pizzaiolo und platziert mit der großen hölzernen Schaufel gekonnt eine Pizza „Puttanesca“ auf dem Drehboden im Inneren, der dafür sorgt, dass der Teig immer gleichmäßig Hitze abbekommt. Das Prachtstück aus dem italienischen Modena wird per Touchscreen gesteuert – ein Pizzaofen des 21. Jahrhunderts! Nicht umsonst benannte Korbinian Kohler das italienische Restaurant in der neuen Erlebniswelt
„Tegernesee Phantastisch“ nach eigenen Kindheitserinnerungen. Es heißt „Gardone“, wie der Ort am Gardasee, wo er als Kind viele Ferientage mit der Familie verbrachte und früh auf den Geschmack itaLienischer Küche kam. Deshalb war es ihm wichtig,
den Gästen ein wirklich authentisches Geschmackserlebnis zu bieten. Die Pizza wird hier nach neapolitanischer Art gebacken, mit weniger Hefe und vor allem ohne Olivenöl, wie in Italien üblich. 48 Stunden bekommt der Teig Zeit zu gehen, so entwickelt er seinen feinen Geschmack und die luftige Konsistenz mit dem schön knusprigen Rand.

Auch beim Belag macht die Küche keine Kompromisse. Beste San-Marzone-Tomaten aus Italien sind Ehrensache und statt des in Deutschland üblichen Büffel-Mozzarella wird feiner Fiordi-Latte-Käse über die Pizza gegeben für ein besonders cremiges Ergebnis und weil er schnittfest bleibt. Neben Klassikern wie Pizza „Margherita“, „Parma“ oder „Calabrese“ bietet die Küche innovative Varianten wie etwa „Sicilian Shepherd“ mit San-Daniele-Schinken, Ziegenkäse, Rucola, Feige und Walnüssen. Das „Gardone“ schlägt sogar die Brücke zur heimischen Produktwelt mit kalt geräucherter Tegernseer Lachsforelle, Crème Fraîche und Saiblingskaviar. Auch zwei vegane Varianten sind im Angebot. Vorneweg gibt es schmackhafte Antipasti vom 36 Monate gereiften Parmigiano über hauchdünn geschnittenes Rindercarpaccio mit Rucola und Pinienkernen bis zur traditionell sizilianischen Caponata mit vielen geschmorten Auberginen und zweierlei Oliven. Ebenso viel Engagement wie bei der Pizza zeigt die Küche beim Thema Pasta. Alle Teigwaren kommen frisch aus der Manufaktur Pastifico Palese in Tegernsee. Dort arbeitet Fabian Palese, der aus seiner Heimatstadt Verona nach Oberbayern zog, nach überlieferter Tradition. Besonders fein: die Datteltomaten und fein geriebener Amalfi-Zitrone für einen erfrischenden Tick Säure. Ein qualitativ hochwertiges Weinangebot von Südtirol bis ins Latium rundet die italienischen Momente am See ab – und natürlich werden wie in allen Bachmair-Weissach-Restaurants thematisch kreierte Cocktails serviert. Wie wäre es mit einem Gardone Spritz, mit Aperol, weißem Wermut, Marille und Custoza Bianco als perfekten Start in den Abend? 

KATHARINA REBMANN