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Das Morgen proben. Kunstinstitutionen als Räume des Möglichen

Vortrag am 18. Dezember 2026

Gesellschaften leben nicht nur von Wissen, Gedächtnis und Institutionen, sondern von ihrer Fähigkeit, sich auf eine offene Zukunft zu beziehen, zwischen Herkunft und Erwartung einen Raum offenzuhalten, in dem sie sich anders denken können.

Museen, Kunsthallen und Biennalen machen diese Arbeit an der Zeit sichtbar. Sie bewahren kulturelles Gedächtnis, stellen aber auch Gegenwart aus, ordnen Wahrnehmung und lassen Vertrautes seine Selbstverständlichkeit verlieren. So begegnet eine Gesellschaft nicht nur dem, was sie war, sondern der Frage, was sie werden könnte.

Diese Frage drängt in einer Gegenwart aus Beschleunigung und permanenter Transformation, in der Zukunft paradox als Festgelegtes erscheint: als Krise, Risiko, Anpassungszwang. Wo sie nur bewältigt werden soll, schwindet die Fähigkeit, sie anders zu denken.

Das aktualisiert die alte Frage: Was kann Kunst? Sie löst keine Konflikte und liefert keine Programme. Ihre Kraft liegt darin, Wahrnehmungsordnungen zu verschieben, Vertrautes fremd werden zu lassen und die Kontingenz des Bestehenden erfahrbar zu machen – Wirklichkeit ist geworden und kann anders werden.

Darin liegt ihre demokratische Bedeutung: Demokratie braucht Orte, die daran erinnern, dass ihre Ordnung weder naturgegeben noch abgeschlossen ist. Das Morgen zu proben heißt nicht, Zukunft vorwegzunehmen, sondern erfahrbar zu machen, dass sie noch nicht entschieden ist. In diesem Sinne sind Kunstinstitutionen als ebenso wertvolle wie bedrohte Räume des Möglichen zu verstehen.

Andreas Hoffmann (geboren 1971) ist Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum gGmbH. Zuvor war er unter anderem Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums in Hamburg und Geschäftsführer des Bundesverbandes der Fördervereine deutscher Museen bildender Kunst e.V.

Er ist Kurator vieler verschiedener Ausstellungen, wie etwa „Die Etrusker. Luxus für das Jenseits“ (2004), „Die Pyramide. Haus für die Ewigkeit“ (2002), „Gunter Sachs“ (2004), „Pompeji. Götter, Mythen, Menschen“ (2014) und „Die neuen Bilder des Augustus. Macht und Medien im antiken Rom“ (2022/3).

Nach seinem Studium und der berufsbegleitenden Ausbildung zum PRReferenten wurde er mit seiner Arbeit „Tod in Tarent. Grabritual und Gesellschaft“ promoviert, und seit 2016 lehrt als Honorarprofessor am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

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Ablauf

Ab 17.30 Uhr | Einlass und Get-together

18.30–18.40 Uhr | Begrüßung durch Korbinian Kohler

18.40–19.00 Uhr | Einführung durch Prof. Dr. Karsten Fischer

19.00 – 19.45 Uhr | Impulsvortrag Gastredner

19.45–20.15 Uhr | Diskussion

20.30 – 24.00 Uhr | Exklusives Galadinner

Bis 20.15 Uhr können Hotelgäste und externe Gäste kostenlos an dem Vortrag teilnehmen, bei Anmeldung 24h vorab auf Anfrage und nach Verfügbarkeit.

Dresscode: smart casual

 

Location: Spa & Resort Bachmair Weissach

Wiesseer Straße 1 83700 Rottach-Egern

 

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