PROF. DR. WILHELM VOSSENKUHL
Wahrheit in den Künsten und wie wir sie verstehen können
Vortrag am 17. Oktober 2025
Anders als Wissenschaft und Recht ist Kunst nicht der Wahrheit verpflichtet.
Gerade damit ermöglicht sie aber einzigartige Erlebnisse und Einsichten.
Und möglicherweise kann ästhetische Erfahrung sogar wichtige Anregungen für andere gesellschaftliche Bereiche anleiten – von der wissenschaftlichen und juristischen Wahrheitssuche über die Entscheidungsfindung in Politik und Wirtschaft bis hin zu bildgebenden Verfahren in der Medizin.
Kunstwerke aller Gattungen können etwas offenbaren, was wir ohne sie nicht erkennen könnten. Sie tun dann das, was dem griechischen Wort für Wahrheit, aletheia, entspricht.
Der Philosoph Martin Heidegger hat darauf hingewiesen und dies an Vincent van Goghs Schuhen erklärt. Das Bild eröffnet die Welt der Bäuerin, die auf dem Feld die Schuhe getragen hat.
Der Gedanke des Offenbarmachens durch Kunstwerke wird von Untersuchungen gestützt, die zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Werken der Bildenden Kunst und den wirtschaftlichen Entwicklungen der Jahrhunderte seit 1400 gibt. Diese Ergebnisse wurden mit Hilfe von KI gewonnen.
PROF. DR. WILHELM VOSSENKUHL
Dem Themenfeld von Kunst und Wahrheit widmet sich Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl, der dafür nicht nur als Professor für Philosophie an der LMU München, sondern auch als langjähriger Kooperationspartner des Designers Otl Aicher und als Berater bei der Umgestaltung des Berliner Reichstagsgebäudes durch Norman Foster qualifiziert ist.
Außerdem ist Professor Vossenkuhl Experte für Ethik und als langjähriger Kurator des Korbinians Kollegs höchst erfahren mit dessen einzigartigem Gesprächsformat.
Aufzeichnung vom Vortrag am 18. Oktober 2024
Rückblick auf den Vortragsabend mit Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl
Am 17. Oktober 2025 eröffnete Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl das Wintersemester 2025/26 des Korbinians Kolleg im Spa & Resort Bachmair Weissach mit einem philosophischen Vortrag über „Wahrheit in den Künsten und wie wir sie verstehen können“.
In seiner Rede zeigte Vossenkuhl eindrucksvoll, wie Kunst – frei von wissenschaftlichen oder rechtlichen Zwängen – Wahrheiten sichtbar machen kann, die uns sonst verborgen blieben. Anhand von Beispielen aus der Malerei und aktuellen Erkenntnissen, etwa dem Einfluss wirtschaftlicher Entwicklungen auf Kunst seit dem 15. Jahrhundert, verband er klassische Philosophie mit modernen Forschungsansätzen.
Ein inspirierender Abend, der verdeutlichte, dass Kunst nicht nur Schönheit offenbart, sondern auch neue Perspektiven auf unsere Welt eröffnet.