Prof. Dr. Vincent C. Müller
Geht es bei der KI wirklich um K und um I?
Vortrag am 12. Dezember 2025
Die heiße Diskussion um "KI" hat einiges mit der verwendeten Bezeichnung selbst zu tun – wir reden ja nicht mehr über "Mustererkennung", "Computergestützte Sprachanalyse”, oder dergleichen, sondern über "künstliche Intelligenz" - das kommt mit einem ganz anderen Anspruch daher. Ich werde erklären, was eigentlich die beiden Teile hier heißen könnten, also "künstlich" und "Intelligenz", und was notwendig wäre, um ein solches System auf Computern zu erzeugen. Abschließend betrachte ich die Frage, ob gegenwärtige, absehbare oder vorstellbare Systeme der KI in diesem Sinne die Bezeichnung "künstliche Intelligenz" verdienen.
Prof. Dr. Vincent C. Müller
Vincent C. Müller ist Alexander-von-Humboldt-Professor für Philosophie und Ethik der Künstlichen Intelligenz sowie Direktor des Centre for Philosophy and AI Research (PAIR) an der Universität Erlangen-Nürnberg (6 Postdocs, 6 Doktorand:innen). Zuvor war er in Eindhoven, Thessaloniki, Leeds, Oxford und Princeton tätig. Müller arbeitet hauptsächlich zu philosophischen Problemen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz – sowohl in der Ethik als auch in der theoretischen Philosophie. Seine Webseite ist auf www.sophia.de
Aufzeichnung vom Vortrag am 12. Dezember 2025
Rückblick auf den Vortragsabend mit Prof. Dr. Vincent C. Müller
Der Vortragsabend widmete sich der grundlegenden Frage, was unter „künstlicher Intelligenz“ tatsächlich zu verstehen ist und welche Erwartungen der Begriff selbst hervorruft. Prof. Dr. Vincent C. Müller zeigte auf, dass die aktuelle KI-Debatte weniger von konkreten technischen Verfahren geprägt ist als von der Bedeutungsaufladung des Begriffs „künstliche Intelligenz“, der weit über klassische Konzepte wie Mustererkennung oder computergestützte Sprachanalyse hinausgeht.
Im Zentrum des Vortrags stand die differenzierte Betrachtung der Begriffe „künstlich“ und „Intelligenz“. Prof. Dr. Müller erläuterte, welche philosophischen, technischen und ethischen Voraussetzungen erfüllt sein müssten, um von echter Intelligenz auf Maschinenebene sprechen zu können. Dabei hinterfragte er kritisch, ob gegenwärtige oder absehbare KI-Systeme diesem Anspruch tatsächlich gerecht werden.