Wohlstand und Sicherheit: Ein etwas anderer Blick auf Natur

Vortrag am 23. Januar 2026

Unser Wohlstand hängt unmittelbar von stabilen Ökosystemen ab. Doch ist uns eigentlich bewusst, wie zerbrechlich sie sind? Natur ist kein selbstverständliches Gut, sondern braucht Schutz, Pflege und einen klaren politischen Rahmen. Gesunde Böden, funktionierende Wasserzyklen und biologische Vielfalt sichern Ernährung, Gesundheit und wirtschaftliche Entwicklung – und für 96 % der Menschen in Deutschland sind sie ein zentraler Teil ihrer Lebensqualität.

Gerade mit Blick auf meine eigene Heimat wird mir klar, wie sehr intakte Landschaften auch unser persönliches Wohlbefinden prägen. Gleichzeitig geraten diese Grundlagen durch Artenverlust, Klimawandel und degradierte Flächen zunehmend unter Druck. Dabei stellt sich vielen die Frage: Wie können wir Natur schützen, ohne wirtschaftliche Dynamik zu bremsen?

Wahre Zukunftsfähigkeit entsteht erst, wenn beides zusammengedacht wird. Innovation, Unternehmergeist und verantwortungsvoller Ressourcenschutz können neue Impulse setzen. Dafür braucht es Allianzen, die ökologische Verantwortung und ökonomische Stärke verbinden. Unsere bisherigen Wohlstandsindikatoren greifen zu kurz. Natur ist systemrelevant.

Maria Furtwängler ist Schauspielerin, Produzentin und Mitgründerin der MaLisa Stiftung.

Seit 2002 verkörpert Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm im "Tatort" eine der erfolgreichsten Ermittlerinnen im deutschen Fernsehen.

Zuletzt spielte sie die Hauptrolle in dem Drama „Bis zur Wahrheit“, welches sie gemeinsam mit NORDFILM für den NDR produziert hat und wofür sie 2025 mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Die TV-Ausstrahlung “Bis zur Wahrheit” im November war die erfolgreichste Premiere des Jahres am Mittwochabend im Ersten.

Zudem spielte Furtwängler in der für den Grimme Preis 2024 nominierten Comedy-Serie "German Genius" und in der für den Deutschen Fernsehkrimi Preis 2024 nominierten "Tatort"-Folge "Geisterfahrt" mit und begab sich darüberhinaus für eine ARD-Dokumentation über das dramatische Insektensterben auf Spurensuche, die im Rahmen von "Erlebnis Erde" im Ersten im Herbst 2024 ausgestrahlt wurde.

2017 gründete Maria Furtwängler die Produktionsfirma Atalante Film mit dem Ziel qualitativ hochwertige, unterhaltsame Filme und Serien zu entwickeln, die eine größere Vielfalt weiblicher Perspektiven und Lebensrealitäten abbilden und die zentralen Themen unserer Zeit aufgreifen. Atalante Film legt einen besonderen Schwerpunkt auf Vielfalt und Gleichberechtigung sowie auf den Klimawandel und seine Folgen. 

Furtwängler hat neben den zahlreichen Auszeichnungen für ihre Schauspielerei auch Würdigungen für ihr soziales und gesellschaftliches Engagement erhalten, wie den CARE Milleniumpreis 2024 für ihr Engagement in der Geschlechtergerechtigkeit sowie im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels.

Im Jahr 2016 gründete sie gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth die MaLisa Stiftung, die sich einsetzt für eine freie, gleichberechtigte Gesellschaft, die ihre Ressourcen ökologisch verträglich und sozial gerecht nutzt mit Fokus auf den Schutz von Biodiversität und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Auf internationaler Ebene engagiert die Stiftung sich für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In Deutschland setzt sie sich zudem für gesellschaftliche Vielfalt, die Überwindung einschränkender Rollenbilder sowie Klima- und Artenschutz ein mit starkem Fokus auf die Sichtbarkeit in den audiovisuellen Medien.

Mit einem daten- und evidenzbasierten Ansatz arbeitet die Stiftung mit Partner*innen in der audiovisuellen Industrie und mit Filmhochschulen zusammen, um Vielfalt sowie Klima- und Geschlechtergerechtigkeit auf und hinter der Leinwand zu fördern. Ihr datengestütztes Engagement hat im Laufe der Jahre zu einer stärkeren Sensibilisierung und zu maßgeblichen Veränderungen in der Praxis geführt.

Furtwängler hat sich von der Arbeit des Geena Davis Institute in den USA inspirieren lassen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Elizabeth Prommer und anderen Forscher*innen in Deutschland hat sie die ersten repräsentativen Studien zu Themen wie Vielfalt im deutschen Fernsehen, Film, Streaming und sozialen Medien sowie zur Darstellung von geschlechtsspezifischer Gewalt im deutschen Fernsehen durchgeführt. Die jüngste Studie der Stiftung befasst sich mit der Darstellung von Themen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der biologischen Vielfalt im Fernsehen und der Wahrnehmung durch das Publikum. Eine weitere Studie zu aktuellen Männer- und Frauenbildern auf Social-Media-Plattformen und ihre Bedeutung im Kontext von Identitätsarbeit und Wertekosmos ist aktuell gemeinsam mit Dr. Maya Götz in der Planung.

2024 hat Furtwängler mit der MaLisa Stiftung die DLD Nature initiiert, eine internationale Innovationskonferenz in München, bei der Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über das Thema Natur diskutierte. Darüberhinaus spricht Furtwängler regelmäßig auf Konferenzen und Kongressen.

Furtwängler ist promovierte Ärztin und Kuratoriumspräsidentin der Hilfsorganisation German Doctors.  

 

Fotocredit: Weleda