Über die Referentin

Jana Ringwald ist Oberstaatsanwältin bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. In dieser Funktion ermittelt sie im Fall von Cyberattacken gegen deutsche Unternehmen und war sie an international beachteten Ermittlungen wie der Sicherstellung illegal erlangter Kryptowährungen in dreistelliger Millionenhöhe beteiligt. Zudem hat sie bis 2024 das Bundesministerium der Justiz im European Judicial Cybercrime Network bei Eurojust in Den Haag vertreten. Im vergangenen Jahr hat sie ihre Erfahrungen in dem Buch "Digital. Kriminell. 
Menschlich" geschildert, das im Murmann Verlag erschienen und auf die Shortlist des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2024 gekommen ist, und im Jahr zuvor erhielt sie den EMOTION Award in der Kategorie »Frauen in Digitalisierung«. Als gefragte Rednerin und Expertin ist sie häufig zu Gast auf Tagungen und in den Medien.

Cybercrime - Hat die Justiz eine Chance in der Underground Economy?

Vortrag vom 27. Februar 2026

Kriminalität ist ein so permanentes Menschheitsthema, dass sie geradezu als natürliche Begleiterscheinung des Zivilisationsprozesses anzusehen ist. Daher hat sie sich auch der jüngsten, digitalen Entwicklungen bemächtigt. So stellt die Bedrohungslage im Cyberraum unsere Fähigkeit zu radikalem Umdenken auf den Prüfstand wie kaum ein anderes Phänomen dieser Zeit. Die Herausforderungen für Unternehmen sind immens. Nicht weniger groß sind sie für Strafverfolger. "Remote" - der längst zum gesellschaftlichen Standard gewordene Fernzugriff - skaliert die Möglichkeiten der Täter. Cyberkriminelle halten uns den Spiegel vor, indem sie Spielräume ausnutzen, die wir selbst eröffnen, und das grenzenlos. Cybercrime hat zu einem Paradigmenwechsel im Spiel von Räuber und Gendarm geführt. Bei kritischer Betrachtung stellt sich die Frage, ob sich das gesetzliche Mandat von Polizei und Justiz, erfolgreich Cybercrime zu bekämpfen, überhaupt noch erfüllen lässt. Denn von Cyberangriffen betroffene Unternehmen scheuen den Kontakt zur Strafverfolgung. Es zieht sich ein Graben zwischen Betroffene und staatliche Institutionen. Jana Ringwald erläutert in ihrem Vortrag, wie zeitgemäße internationale Strafverfolgung gelingt, von welchen Idealen wir uns verabschieden können und welche neuen Strukturen und Arbeitsweisen einer staatlichen Antwort auf die „Underground Economy“ gerecht werden.

Aufzeichnung vom Vortrag am 27. Februar 2026

Rückblick auf den Vortragsabend mit Jana Ringwald

Der Vortrag von Jana Ringwald thematisiert Cyberkriminalität als digitale Weiterentwicklung eines grundlegenden Menschheitsphänomens und zeigt, wie technologische Entwicklungen die Handlungsspielräume von Tätern massiv erweitert haben. Insbesondere der „Remote“-Zugriff führt zu einem Paradigmenwechsel im Verhältnis zwischen Kriminellen und Strafverfolgung.

Im Fokus steht die Frage, ob klassische staatliche Strukturen noch ausreichend wirksam sind, da viele betroffene Unternehmen den Kontakt zur Strafverfolgung scheuen. Ringwald plädiert für ein Umdenken hin zu internationaler Zusammenarbeit, neuen Strukturen und realistischen Ansätzen, um der globalen „Underground Economy“ effektiv begegnen zu können.

Referentinnen und Referenten

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